Nov 22
SGE – Gladbach
gebloggt hat: amazingfufu am 22. November 2009 | | Keine Meinungen »
Kategorien: Gesellschaft, SGE, fussball

Nach der Länderspielpause fand der Bundesliga-Alltag gestern seine Fortsetzung.
Für Hannover 96 das erste Spiel ohne Robert Enke, was mindestens so seltsam war, als würde Biene Maja ohne Willi losziehen. Oder Tim ohne Struppi. Naja. Ihr wisst schon.

Für die SGE ging es gestern im eigenen Stadion gegen Borussia Mönchengladbach. Eine Mannschaft, die in der Tabelle hinter der Eintracht steht – also eigentlich eine, die man zu Hause schlagen muss.

Vor dem Spielbeginn gab es noch die überall angekündigte Schweigeminute um Robert Enke zu gedenken – wie in allen Stadien an diesem Wochenende.
Traurig, dass die Fankurve der Gladbacher sich dazu entschlossen hat, dieses Anliegen nicht zu respektieren. Das ganze Stadion war mucksmäuschenstill und mitten während der Schweigeminute brüllten ein paar Schwachmaten aus der Gladbacher Kurve los und fingen an zu singen “schalalala”. Ziemlich dämlich.
Dafür ernteten sie auch reichlich Pfiffe, aber den Moment haben sie damit dennoch versaut.

Über das Spiel selbst muss man leider wieder einmal gar nicht viel sagen.
Die erste Halbzeit ging 0:0 zu Ende, am Anfang und am Ende hatte man das Gefühl, dass die Eintracht vielleicht mal gewinnen könnte. Aber irgendwie fehlte der endgültige Zug zum Tor, auch wenn hier und da mal ein paar Chancen herausgearbeitet wurden. Allerdings muss man dazu sagen, Gefahr kam nur über die Seite von Patrick Ochs, wenn das Spiel schnell über die Außen lief. Alles andere wirkte ideenlos und war auch nicht von Erfolg gekrönt.

In der zweiten Halbzeit nahm dann alles seinen unaufhaltsamen Lauf, wie man es von der SGE in den letzten Wochen gewohnt ist.
In der 54. Minute wehrt Russ im eigenen Strafraum einen Ball so unglücklich ab, dass dieser aus 20 cm Entfernung von seinem Fuss abprallt und Oka Nikolov im Gesicht trifft (aua). Natürlich prallt der Ball vom Nasenbein des Keepers ins Frankfurter Tor. Welch nettes Gastgeschenk für die Gladbacher, die bis dahin mindestens genauso harmlos im Angriff waren wie die Eintracht.

Nach dem 0:1 passierte….nichts. Kein Kampf, keine Leidenschaft, kein Fussball.
Das Spiel nach vorne fand nicht einmal wirklich statt und wenn der Ball in Richtung des Gegners Strafraum kam, war es lächerlich harmlos. Die einzigen guten Torszenen hatte Alex Meier (man glaubt es kaum), die Gladbach sogar einmal zum Retten-auf-der-Linie zwangen.
Alles weitere war eine geschlagene Katastrophe.
Steinhöfer wie ein Fremdkörper in der Mannschaft, gefühlt kommt nur jeder 10. Pass überhaupt beim eigenen Mann an. Das ganze Spiel über eine gute Flanke und eine gute Ecke. Das ist ein bisschen wenig. Zudem glänzte Steinhöfer mit irrwitzigen Hackentricks. Ist schon toll, wenn man den Pass nichtmal über 2 Meter normal zum eigenen Mann bringt, dann versucht man es eben mit einem Hackentrick. Macht Sinn.
Caio zwar ganz gut und mit einigen, wenigen Ideen, die er allerdings mit seinen Mitspielern nicht umsetzen kann. Meier immer zur falschen Zeit am falschen Ort und auch die Anderen denken oftmals nicht mit, wenn von Caio ein intelligent gespielter Pass kommt.
Schwegler und Korkmaz zwar beide nicht in Bestform, aber immerhin noch “die Besseren” in der Mannschaft. Dribbeln sich allerdings zu oft fest, verlieren unnötig den Ball.
Franz hat eine eigentlich passable Partie gemacht, sah nur bei einigen Flanken der Gladbacher nicht so gut aus. War aber noch einer der Besseren.
Russ unglücklich beim Eigentor, wie in der letzten Zeit eben so oft. Da sind immer mal wieder Böcke dabei, die sind der Wahnsinn.
Nikolov hätte beim ersten Treffer den Ball schon haben müssen, bevor Russ überhaupt drankam. Auch hier eben wieder einmal eine unglückliche Szene, wie so oft in der letzten Zeit.
Spycher komplett neben der Spur, Meier immer zur falschen Zeit am falschen Ort, das Übliche.

Es läuft derzeit einfach nichts zusammen bei der Eintracht. Nun ist Funkel weg und Skibbe da und trotzdem läuft es nicht und wie es aussieht wird man mit diesem Kader wohl gegen den Abstieg spielen und sich freuen, dass es Mannschaften gibt, die diese Saison NOCH schlechter dastehen (kaum zu glauben).
Die SGE hat keine Charakterköpfe mehr, Spieler wie Kyrgiakos und Streit konnte oder wollte man nicht halten. Stattdessen holte man Spieler, die sich stromlinienförmig anpassen und keine wirkliche Stütze sind. Wirkliche Kampfschweine haben wir kaum bis gar nicht, Führungsspieler schon gar nicht.
Amanatidis ist dauerverletzt, der als einziger ein wenig Temperament auf den Platz bringt.

Nächste Woche geht es gegen die Hertha, die ja nun unter Funkel spielt. Übrigens trägt er dort im Stadion Anzug statt Trainingsklamotten und spielt mit 2 Spitzen. Verrückt.

Wenigstens sieht’s Stadion schee aus.

Commerzbank Arena

Commerzbank Arena

Nov 20
Mutig…
gebloggt hat: amazingfufu am 20. November 2009 | | Keine Meinungen »
Kategorien: Gesellschaft, fussball

… ist es von Andreas Biermann, dass er als Profi-Fussballer (FC St. Pauli) zu seinen Depressionen steht und öffentlich macht, dass er sich vor Kurzem in stationäre Behandlung begeben hat.
Traurig, aber vermutlich wahr: Ohne Robert Enkes Selbstmord wäre diese Offenheit wohl nicht möglich. Hoffentlich finden auch andere den Mut dazu, sich helfen zu lassen – nicht nur Fussballer und/oder Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen.

Der FC St. Pauli gibt auf ausdrücklichen Wunsch seines Spielers Andreas Biermann folgende Presseerklärung ab:

Ich, Andreas Biermann, 29 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern, bin Profifußballspieler beim FC St. Pauli und leide seit mehreren Jahren an Depressionen.

Ich versuchte mir am 20.Oktober 2009 das Leben zu nehmen!

Zeitweilig habe ich versucht im Pokerspiel jenes Glück zu finden, das mir im Profisport aufgrund meines großen Verletzungspechs immer wieder versagt geblieben ist. Dieses Ventil hätte mich fast in eine Spielabhängigkeit getrieben, die meine eigentliche Erkrankung zusätzlich noch negativ beeinflusst hätte. Dies ist zum Glück nicht geschehen.

Dank der Unterstützung meiner Familie, des FC St.Pauli – allen voran meines Trainers Holger Stanislawski -, meines Beraters Henry Hennig und meiner Ehefrau, begab ich mich am 13. November in eine stationäre Behandlung.

Meine Familie und ich möchten dies der Öffentlichkeit mitteilen, um anderen Betroffenen eventuell den Mut zu geben, sich ebenfalls zu öffnen bzw. helfen zu lassen.

Zudem möchten wir uns selbst ein Lügen- und Versteckspiel nach meiner Genesung ersparen. Wir möchten offen damit umgehen, um dazu beizutragen, dass diese Erkrankung kein Tabuthema mehr ist.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Biermann

Der FC St. Pauli unterstützt Andreas Biermann in seiner Entscheidung für den Gang in die Öffentlichkeit. Der gesamte Verein wird im Rahmen seiner Möglichkeiten ihm und seiner Familie jegliche Unterstützung zukommen lassen.

Als Verein bitten wir alle Medienvertreter diesen mutigen Schritt mit dem nötigen Respekt, der nötigen Sensibilität und Achtsamkeit zu behandeln.

Wir, als Verein und Arbeitgeber, werten es als außerordentlich positiv, dass Andreas Biermann die Entscheidung getroffen hat, sich in stationäre Behandlung zu begeben. Während dieser Zeit des Klinikaufenthalts stehen einzelne Personen aus Familie, Freundeskreis und der Trainer in Kontakt zu ihm.

Wir bitten als Verein um Verständnis, dass es grundsätzlich keinerlei weitere Stellungnahmen (weder zum Gesundheitszustand, noch zum Verlauf der Therapie) geben wird, sofern es nicht ausdrücklich vom Spieler gewünscht wird. Daher bitten wir auf Anfragen an einzelne Personen, Mitspieler, Vereinsmitarbeiter oder gar Familienangehörige abzusehen.

Alle Konzentration gilt dem Heilungsprozess von Andreas Biermann und der Unterstützung seiner Familie.

Der Verein FC St. Pauli

Quelle: bundesliga.de

Nov 11
Warum?
gebloggt hat: amazingfufu am 11. November 2009 | | Keine Meinungen »

Gestern Abend verbreitete sich die Nachricht über das Internet wie ein Lauffeuer.

“Robert Enke ist tot.”

Zuerst dachte man gar nicht, dass das wirklich stimmen könnte, das musste eine Falschmeldung sein, bis die ersten Nachrichtensender ebenfalls in ihren Ticker-News schrieben, dass Hannovers Torwart nicht mehr am Leben ist.

Der erste Gedanke war “Am Sonntag stand er doch noch im Tor.” und “War sein Infekt doch nicht auskuriert?”
Man hört ja doch ab und zu mal etwas über Herzmuskelentzündungen und solche Dinge.

Mittlerweile deutet alles darauf hin, dass es sich um einen Freitod handelt.

Die Frage “Warum?” ein junger, wieder erfolgreicher Fussballer, der eine Frau und ein 8 Monate altes Kind  hinterlässt, sein Leben beendet wird vielleicht für immer im Raum stehen bleiben.

Das Mitgefühl gilt in diesem Moment seiner Familie, den Mannschaftskollegen und dem Zugfahrer, der das Pech hatte, genau diesen Zug zu steuern.

R.I.P.

R.I.P.

Bildquelle: http://www.11freunde.de