Nach der Länderspielpause fand der Bundesliga-Alltag gestern seine Fortsetzung.
Für Hannover 96 das erste Spiel ohne Robert Enke, was mindestens so seltsam war, als würde Biene Maja ohne Willi losziehen. Oder Tim ohne Struppi. Naja. Ihr wisst schon.
Für die SGE ging es gestern im eigenen Stadion gegen Borussia Mönchengladbach. Eine Mannschaft, die in der Tabelle hinter der Eintracht steht – also eigentlich eine, die man zu Hause schlagen muss.
Vor dem Spielbeginn gab es noch die überall angekündigte Schweigeminute um Robert Enke zu gedenken – wie in allen Stadien an diesem Wochenende.
Traurig, dass die Fankurve der Gladbacher sich dazu entschlossen hat, dieses Anliegen nicht zu respektieren. Das ganze Stadion war mucksmäuschenstill und mitten während der Schweigeminute brüllten ein paar Schwachmaten aus der Gladbacher Kurve los und fingen an zu singen “schalalala”. Ziemlich dämlich.
Dafür ernteten sie auch reichlich Pfiffe, aber den Moment haben sie damit dennoch versaut.
Über das Spiel selbst muss man leider wieder einmal gar nicht viel sagen.
Die erste Halbzeit ging 0:0 zu Ende, am Anfang und am Ende hatte man das Gefühl, dass die Eintracht vielleicht mal gewinnen könnte. Aber irgendwie fehlte der endgültige Zug zum Tor, auch wenn hier und da mal ein paar Chancen herausgearbeitet wurden. Allerdings muss man dazu sagen, Gefahr kam nur über die Seite von Patrick Ochs, wenn das Spiel schnell über die Außen lief. Alles andere wirkte ideenlos und war auch nicht von Erfolg gekrönt.
In der zweiten Halbzeit nahm dann alles seinen unaufhaltsamen Lauf, wie man es von der SGE in den letzten Wochen gewohnt ist.
In der 54. Minute wehrt Russ im eigenen Strafraum einen Ball so unglücklich ab, dass dieser aus 20 cm Entfernung von seinem Fuss abprallt und Oka Nikolov im Gesicht trifft (aua). Natürlich prallt der Ball vom Nasenbein des Keepers ins Frankfurter Tor. Welch nettes Gastgeschenk für die Gladbacher, die bis dahin mindestens genauso harmlos im Angriff waren wie die Eintracht.
Nach dem 0:1 passierte….nichts. Kein Kampf, keine Leidenschaft, kein Fussball.
Das Spiel nach vorne fand nicht einmal wirklich statt und wenn der Ball in Richtung des Gegners Strafraum kam, war es lächerlich harmlos. Die einzigen guten Torszenen hatte Alex Meier (man glaubt es kaum), die Gladbach sogar einmal zum Retten-auf-der-Linie zwangen.
Alles weitere war eine geschlagene Katastrophe.
Steinhöfer wie ein Fremdkörper in der Mannschaft, gefühlt kommt nur jeder 10. Pass überhaupt beim eigenen Mann an. Das ganze Spiel über eine gute Flanke und eine gute Ecke. Das ist ein bisschen wenig. Zudem glänzte Steinhöfer mit irrwitzigen Hackentricks. Ist schon toll, wenn man den Pass nichtmal über 2 Meter normal zum eigenen Mann bringt, dann versucht man es eben mit einem Hackentrick. Macht Sinn.
Caio zwar ganz gut und mit einigen, wenigen Ideen, die er allerdings mit seinen Mitspielern nicht umsetzen kann. Meier immer zur falschen Zeit am falschen Ort und auch die Anderen denken oftmals nicht mit, wenn von Caio ein intelligent gespielter Pass kommt.
Schwegler und Korkmaz zwar beide nicht in Bestform, aber immerhin noch “die Besseren” in der Mannschaft. Dribbeln sich allerdings zu oft fest, verlieren unnötig den Ball.
Franz hat eine eigentlich passable Partie gemacht, sah nur bei einigen Flanken der Gladbacher nicht so gut aus. War aber noch einer der Besseren.
Russ unglücklich beim Eigentor, wie in der letzten Zeit eben so oft. Da sind immer mal wieder Böcke dabei, die sind der Wahnsinn.
Nikolov hätte beim ersten Treffer den Ball schon haben müssen, bevor Russ überhaupt drankam. Auch hier eben wieder einmal eine unglückliche Szene, wie so oft in der letzten Zeit.
Spycher komplett neben der Spur, Meier immer zur falschen Zeit am falschen Ort, das Übliche.
Es läuft derzeit einfach nichts zusammen bei der Eintracht. Nun ist Funkel weg und Skibbe da und trotzdem läuft es nicht und wie es aussieht wird man mit diesem Kader wohl gegen den Abstieg spielen und sich freuen, dass es Mannschaften gibt, die diese Saison NOCH schlechter dastehen (kaum zu glauben).
Die SGE hat keine Charakterköpfe mehr, Spieler wie Kyrgiakos und Streit konnte oder wollte man nicht halten. Stattdessen holte man Spieler, die sich stromlinienförmig anpassen und keine wirkliche Stütze sind. Wirkliche Kampfschweine haben wir kaum bis gar nicht, Führungsspieler schon gar nicht.
Amanatidis ist dauerverletzt, der als einziger ein wenig Temperament auf den Platz bringt.
Nächste Woche geht es gegen die Hertha, die ja nun unter Funkel spielt. Übrigens trägt er dort im Stadion Anzug statt Trainingsklamotten und spielt mit 2 Spitzen. Verrückt.
Wenigstens sieht’s Stadion schee aus.

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