Letzten Freitag lief auf VOX wieder “Mein Restaurant” und dieses Mal war es erneut eine Nominierungsshow.
Ein Restaurantkritiker machte sich auf den Weg, um die letzten Kandidaten zu testen (am Dienstag waren die ersten ja schon dran) – natürlich unerkannt.
Am Ende der Sendung gab er seine Bewertung der Restaurants in Form von Punkten ab, mit dem Ergebnis, dass das Bloom in Berlin und der Copa Room in Köln als Nominierte gegeneinander antreten müssen, bis am nächsten Freitag verkündet wird, wer von beiden die wenigsten Zuschaueranrufe erhalten hat.
Vor allem hinten runtergefallen ist Berlin in Sachen Service. Die Wartezeiten unendlich lang, die Kellner rennen immer nur beschäftigt an den Tischen vorbei und haben kaum ein Ohr für die Gäste. Die Weinkarte von Hand gekritzelt geschrieben in die Speisekarte gelegt, die kein Schwein Gast lesen kann. Also bitte, wenn die richtige Weinkarte noch in der Druckerei ist, dann kann ich eben zum nächsten Copyshop gehen und provisorische Einlageblätter drucken lassen.
Interessanterweise ist das Bloom auch noch eine halbe Baustelle, da hängen Kabel aus der Wand, Steckdosen sind nicht fertiggestellt und umstrichen und Fußleisten sind auch noch nicht überall angebracht. Ganz zu schweigen davon, dass die Toilleten wohl noch nichtmal richtig fertig sind. Wie kann es sein, dass in keinem anderen Restaurant noch solche großen Baustellen vorhanden sind? Falsche Planung? Einfach zu schlurihaft schleifen gelassen? So Kleinigkeiten, wie um die Steckdose herumzustreichen oder die Fußleisten anzubringen, kann man zur Not sogar selbst erledigen.
Die beiden Chefs, Lena und Martin, auch vollkommen neben der Spur. Mit der alten Restaurantleiterin nicht zurechtgekommen, nun einen neuen Restaurantleiter eingestellt. Diesen Weg hätte man viel früher einschlagen müssen, wenn man merkt: es passt einfach nicht. Viel früher hätten sie Fragen stellen müssen, wie funktioniert dies, wie funktioniert das. Wenn man nunmal keine Ahnung vom Gastronomiegewerbe hat und so ein Ding mitmacht, dann muss man die Erfahrung der Anderen schätzen und umsetzen. Aber offenbar ist es lustiger, seinen eigenen Kopf durchzusetzen und Chef zu spielen. Vollkommen überfordert die Beiden, aber damit nicht genug: Sie lernen beide nicht aus Fehlern, die sie auf der Führungsebene machen und korrigieren sie entweder gar nicht oder zu spät.
Das Einzige, was es in Berlin rausreißt, ist der Koch und die Küche, denn die wissen genau, was sie tun. Die Frage ist, ob das nun reichen wird, wo man schon einmal nominiert ist.
Die zweite Nominierung ging an Köln, den bunten und atmosphärischen Copa Room.
Dort waren die Kritikpunkte nicht ganz so heftig, wie für Berlin, aber eben viele Dinge wie, der Service ist zu langsam, das Ambiente zu grell, die Zusammenarbeit zwischen Küche und Service nicht immer perfekt, hier und da läpperten sich die Punktabzüge und einer musste nunmal die zweite Nominierung erhalten.
Die Kölner reagierten wesentlich gefasster auf ihre Nominierung und haben beschlossen, jetzt erst richtig Gas zu geben. Mit viel Verletzungspech hatten sie in der Küche oft nur die halbe Besetzung, doch jetzt mit einer ambitionierten Jungköchin und den anderen Stammkräften können sie, meiner Meinung nach, noch richtig was rocken.
Da Bita und Kay und das ganze Team, Konzept und Ambiente 100x sympathischer ist als die unterkühlten und hochnäsigen Berliner, denke ich, dass das Bloom als nächstes Restaurant schließen wird.